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May 15, 2019
Kai Blum

Strandbesuch in den USA – Was muss ich beachten?


Eigentlich helfen offene Augen und der gesunde Menschenverstand, um mitzubekommen, was am jeweiligen Strand erlaubt und nicht erlaubt ist. Und du kannst natürlich auch die Hinweisschilder lesen, die darüber informieren, was am Strand verboten ist. Trotzdem haben wir hier einmal die wichtigsten Regeln zusammengefasst, damit du bei deinem Strandurlaub in den USA nicht unangenehm auffällst oder dir gar einen Strafzettel einhandelst.

Kleidung

In den USA gibt es nur sehr wenige öffentliche Strände, die sich meistens in Kalifornien oder in Florida befinden, an denen Badegäste völlig nackt beziehungsweise Frauen "oben ohne" sein dürfen. Die bekanntesten sind:

  • Black's Beach, La Jolla (Kalifornien)
  • Gunnison Beach, Sandy Hook (New Jersey)
  • Haulover Beach, Miami (Florida)
  • Little Beach, Maui (Hawaii)

Es gibt jedoch eine ganze Reihe von privaten FKK-Stränden und -Ferienanlagen, die auf www.aanr.com verzeichnet sind.

An einigen öffentlichen Stränden wird "oben ohne" mittlerweile toleriert, an anderen nicht. Schau dich am besten erst einmal gut um, damit es dir nicht wie den Helden im "Fettnäpfchenführer USA" ergeht und du einen Strafzettel ausgestellt bekommst.  Eine Verwarnung können sich Frauen im Übrigen auch beim Tragen eines Bikinis oder Badeanzuges mit Stringtanga einhandeln, das an vielen Stränden untersagt oder zumindest nicht gern gesehen ist.

Falls du dich am Strand umziehen musst, achte auf jeden Fall darauf, dass du dabei immer gut bedeckt bist!

Umkleiden, Toiletten und Duschen

Die Ausstattung mit Einrichtungen wie Umkleidekabinen, Toiletten und Duschen ist sehr unterschiedlich. Bei Stränden, die Teil eines (State) Parks sind, kannst du eher damit rechnen, dass zumindest Toiletten und teilweise auch Duschen im Freien vorhanden sind. Umkleidekabinen gibt es nur an wenigen Stränden.

Alkohol

Alkoholische Getränke sind an amerikanischen Stränden grundsätzlich verboten. Sollte sich der Strand in einem National Park, State Park oder in einem kommunalen Park befinden, kannst du damit rechnen, dass die Park Ranger ein wachsames Auge offen halten, um die Einhaltung dieses Verbotes durchzusetzen. Gegebenenfalls könnte das auch die Polizei auf den Plan rufen. Allerdings gibt es auch in Sachen Alkoholverbot einige Ausnahmen.

Öffnungszeiten

Viele Strände haben, ebenso wie Parkanlagen in den USA, offizielle Öffnungszeiten. Diese werden insbesondere nach Schließung am Abend von den zuständigen Ordnungskräften durchgesetzt.

Rettungsschwimmer

An Stränden mit Rettungsschwimmer darf man nur schwimmen, wenn diese im Dienst sind. Diese Dienstzeiten können sich von den Öffnungszeiten unterscheiden, indem man sich mitunter schon davor und noch danach am Strand aufhalten darf. Die Anweisungen der Rettungsschwimmer sind unbedingt zu befolgen, insbesondere an Tagen mit hohem Wellengang. An Seen gibt es mitunter auch Badeverbote, falls eine hohe Konzentration gefährlicher Bakterien im Wasser vorliegt.

In einigen Bundesstaaten wie Florida, in denen es auch im Winter warm genug zum baden ist, sind die Rettungsschwimmer an den Stränden das ganze Jahr über im Einsatz, in anderen Bundesstaaten nur während der Sommersaison, die in vielen Staaten am Memorial Day-Wochenende beginnt und am Labor Day-Wochenende endet.

Gastronomie und Handel

Geschäfte, Restaurants und dergleichen, auch in Strandnähe, bedienen in der Regel niemanden ohne Oberteil oder ohne Schuhe. Achte einmal auf die entsprechenden Hinweisschilder: "No Shirt, No Shoes, No Service". Auf Imbissstände direkt am Strand trifft das natürlich nicht zu.

Hunde

Falls du planst, deinen Vierbeiner mit an den Strand zu nehmen, solltest du dich vorab auf der Website des jeweiligen Strandes oder Parks informieren, ob Hunden der Zutritt gestattet ist und welche Regelungen in Sachen Leinenpflicht es gibt und ob der Hund bestimmte Marken, zum Beispiel eine örtliche Hundemarke ("dog license tag") tragen muss. Falls dir das freie Herumtollen deines Hundes wichtig ist, solltest du im Internet auch einmal nach einem "dog beach" in deiner Gegend suchen.

Drohnen

Du möchtest die tolle Landschaft an der Küste aus der Luft mit deiner Drohne filmen oder fotografieren? Dann informiere dich zuerst im Internet oder dann vor Ort auf den Hinweisschildern direkt am Strand. Insbesondere an Stränden, die sich in State Parks befinden oder vom National Park Service verwaltet werden, ist es zum Schutz der dort lebenden Wildtiere in der Regel verboten, Drohnen fliegen zu lassen.

Campen

Wenn es schon immer dein Traum war, einmal am Strand zu campen, hast du dazu in den USA an manchen Stränden die Möglichkeit, beispielsweise an einigen Stränden, die sich in Nationalparks oder an “National Sea Shores” befinden. Auch dazu findest du genauere Informationen auf der Webseite des betroffenen Strandes oder Parks.

Umwelt

In der Regel findest du an Stränden mit Rettungsschwimmern und Stränden, die Teil eines Parks sind, sowie auch an vielen weiteren öffentlichen Stränden, gute Möglichkeiten, deinen Müll zu entsorgen. In einigen State- und National Parks gibt es allerdings keine Mülleimer vor Ort. Hier heißt es, alles, was du zum Strand gebracht hast, auch wieder mit zu nehmen und Reste und Verpackungen korrekt zu entsorgen. Das gilt auch für organischen Abfall, wie Essensreste oder Obstschalen, da dieser das einheimische Ökosystem negativ beinflussen kann!

Wir empfehlen außerdem die Verwendung eines Sonnenschutzmittels, das “reef safe” ist, also ohne die Chemikalien Oxybenzon und Octinoxat hergestellt wurde, da diese Korallen schädigen und damit das Fortbestehen von ganzen Korallenriffs gefährden können. Im Jahr 2018 war Hawaii der erste Bundesstaat der USA, der ein Gesetz zu dieser Thematik erlassen hat. Ab 1. Januar 2021 werden dort nur noch Sonnencremes und -sprays zulässig sein, die kein Oxybenzon und Octinoxat enthalten.

Bitte beachte außerdem, dass es viele Tiere gibt, die am Strand leben oder diesen für die Fortpflanzung oder Aufzucht ihrer Jungen benötigen. Erkundige dich am besten vorab, welche Tiere an deinem lokalen Strand vorkommen, und wie du dich verhalten solltest, um sie nicht zu stören.

Und jetzt wünschen wir dir viel Spaß am Strand!


Über den Autor:
Kai Blum lebt seit 1994 in den USA und hat mehrere Bücher über seine neue Heimat geschrieben. Dazu gehören die Ratgeber „Alltag in Amerika. Leben und arbeiten in den USA“, „Bessersprecher Englisch“ und „Fettnäpfchenführer USA“. Mehr dazu auf www.kaiblum.com

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