Familie & Partnerschaft

Kinderbetreuung

December 6, 2018
Amos Gross

Granny Aupairs: Die "Omas" berichten


Vor kurzem berichteten wir über das Granny Aupair Konzept, bei dem Granny Aupairs ab 50 Jahre als Ersatz-Oma die Kinder in einer Familie im Ausland betreuen. Oftmals hilft die Granny dabei ein bisschen „Heimat“ ins neue Land zu bringen und unterstützen die Kinder dabei, die Sprache der Eltern bzw. eines Elternteils zu lernen. Heute lassen wir die Grannys selber zu Wort kommen - drei von ihnen berichten über ihre Zeit bei deutschsprachigen Familien in den USA.


Granny Ingrid S. aus Speyer erlebte drei spannende Monate bei einer kleinen Familie in Culver City. Die 65 jährige ehemalige Krankenschwester hat schon viel Erfahrung in Sachen Kindererziehung. Mit zwei eigenen, drei Stief- und fast 13 Enkelkindern fühlte sich die angehende Granny gewappnet, das Ersatz-Oma Abenteuer anzugehen. Dazu half ein Granny Aupair-Workshop zur intensiveren Vorbereitung auf die kommenden Monate. „Als ich in Rente gegangen bin, wollte ich gerne Englisch lernen, da ich auch sehr gerne reise. Über eine Freundin habe ich von Granny Aupair erfahren und habe mir es dann im Internet angeschaut. Ich wollte gerne in ein englischsprachiges Land, und auch mal unabhängig von meinem Mann reisen, einfach mal für mich“. Schnell fand Ingrid eine Familie in Kalifornien: Eine Mutter aus Deutschland und ihr kleiner vier Monate alter Sohn. Tagsüber war sie für den Kleinen zuständig und hat auch für die Mama gekocht.

„Ich habe in Culver City gewohnt und unheimlich viel gesehen von Los Angeles und Umgebung. Mit dem Kleinen bin ich einfach mal nach Santa Monica gelaufen, mit dem Kinderwagen 20 Kilometer mit Sack und Pack. Habe total viel gesehen von Los Angeles und Umgebung. Nachmittags bin ich dann nach Hause und habe abends dann eine Sprachenschule besucht.

Auch wenn sich das Leben mit der Familie nicht immer als ganz einfach gestaltete, möchte Ingrid nicht auf das Erlebnis verzichten und denkt schon an einen neuen Granny Aupair „Einsatz“: „Natürlich gab es auch mal Differenzen, man muss sich ja erst einmal an das Zusammenleben gewöhnen. Alles in allem möchte ich aber sagen, dass ich es aber immer wieder machen würde, gerade die USA hat mir sehr gut gefallen und vor allem die Sprachenschule hat mich sehr weit gebracht.“

Santa Rosa war für drei Monate die neue Heimat von Granny Gerlinde S.. Die 63jährige Schweizerin war in einer kleinen deutsch-amerikanischen Winzerfamilie mit einem einjährigen Jungen als Granny Aupair zu Gast. In ihrer Freizeit war sie oft mit dem Auto unterwegs beispielsweise im Napa oder Sonoma Valley.

Die ehemalige Angestellte in einem Pharmakonzern und Mutter zweier erwachsener Kinder war total angetan von „dem kleinen Schatz, der es geschafft hat, dass ich todmüde ins Bett ging“. Der kleine Sohn der Familie gewöhnte sich recht schnell an seine Ersatzoma, so Gerlinde. „Ich erinnere mich sehr gerne daran, wie er abends oft mit einem Buch in mein Zimmer kam , wir bäuchlings auf dem Bett lagen und diese sBuch anschauten, es kam natürlich immer die Frage ,more? Und es kam mindestens noch 1 bis 2 dazu….“

Insgesamt blick sie gerne auf die Zeit als Granny zurück und kann sich einen weiteren Einsatz als Ersatzoma gut vorstellen: „Man muss aber sich ganz klar sagen, ich gehe jetzt dort hin und akzeptiere wie die Leute dort leben. Sonst könnte es schwierig werden….

Ihr erster Granny-Einsatz war im winterkalten Schottland, der zweite führte die norddeutsche Granny Birthe P. ins heisse Arizona, wo eine deutsch-amerikanische Familie Unterstützung bei der Betreuung ihrer beiden sieben – und zweijährigen Söhne suchte.

Für die 51jährige Beamtin und Mutter zweier erwachsener Kinder gingen die drei Monate viel zu schnell vorbei und der Abschied von der Familie und dem Hund waren sehr bewegend: „Ich wurde von der Familie liebevoll aufgenommen und bin in den amerikanischen Alltag eingetaucht. Für mich haben sich alle Klischees erfüllt. Das Abholen des Großen vom gelben Schulbus, das tägliche Fahren auf dem fünfspurigen Highway, die Ausflüge in die großartige Natur, Lagerfeuer mit Marshmallows, Pancakes zum Frühstück usw. Zur Halbzeit war ich allein drei Tage in Las Vegas und zum Grand Canyon. Ich habe viele neue Menschen kennen gelernt und Dinge erlebt, die ich im Urlaub so nie erfahren hätte.

Familien oder Alleinerziehende, die auch gern eine Granny Aupair für eine Zeitlang bei sich aufnehmen möchten, können sich bei www.granny-aupair.com informieren und sich zunächst kostenlos registrieren.


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