Gesundheit

Gesundheitliche Vorsorge

February 26, 2018
Dorothea Mirwald

Berufsbezeichnungen im amerikanischen Gesundheitssystem


Wie in anderen Lebensbereichen gibt es im medizinischen System der USA viele Ähnlichkeiten zu Europa, aber auch diverse Unterschiede. So existieren in Amerika einige Berufe, die es so nicht in Europa gibt, und auch die Ausbildungen können stark variieren. In diesem Artikel bekommst du die wichtigsten Infos, die du benötigst, um dich hinsichtlich der medizinischen Berufe zurechtzufinden.

Ärzte

Wie in Europa müssen Ärzte auch in den USA an einer medizinischen Fakultät ein Examen bestehen, bevor sie praktizieren dürfen. Der am weitesten verbreitete Abschluss ist hier der „Doctor of Medicine“ oder abgekürzt MD (von lateinisch Medicinae Doctor). Daneben gibt es an einigen Universitäten einen Studiengang mit dem Titel „Doctor of Osteopathic Medicine“, kurz „D.O.“. Einer der größten Unterschiede zwischen beiden Studiengängen ist, dass bei letzterem zusätzlich zum regulären Medizinstudium 300 bis 500 Ausbildungsstunden in Techniken der osteopathischen Medizin erfolgen.


Des Weiteren gibt es spezialisierte Abschlüsse wie den „Doctor of Podiatric Medicine*” (DPM) für Fuß- und Knöchelspezialisten (nicht zu verwechseln mit dem deutschen Podologen, der medizinische Fußpflege anbieten) oder die beiden Titel „Doctor of Dental Surgery“ (DDS) und „Doctor of Dental Medicine“ (DMD) für Zahnärzte.


Wie auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz spezialisieren sich Ärzte auf eine bestimmte Fachrichtung. Die Fachrichtungen, deren aus dem lateinischen stammenden Bezeichnungen im Deutschen mit -loge enden, enden im englischen in der Regel mit -ist und sind somit relativ leicht zu übersetzen. Beispiele hierfür sind: Gynäkologe/Gynecologist, Dermatologe/Dermatologist, Kardiologe/Cardiologist oder Urologe/Urologist.

Hier noch ein paar weitere Bezeichnungen von verbreiteten Fachrichtungen:

  • Allgemeinarzt/Hausarzt = Family Physician / General Practitioner

  • Augenarzt = Ophthalmologist / Eye Doctor

  • Hals-, Nasen-, Ohrenarzt = Otolaryngologist / Ear Nose Throat Specialist (ENT)

  • Kinderarzt = Pediatrician

  • Orthopäde = Orthopedist / Orthopedic Surgeon

  • Zahnarzt = Dentist / Dental Surgeon

  • Kieferchirurg = Oral Surgeon

  • Kieferorthopäde = Orthodontist

  • Chirurg = Surgeon

  • Psychiater = Psychiatrist

Besonderheiten in Amerika:

  • Die Frauenheilkunde ist in Amerika in zwei Bereiche unterteilt: die allgemeine Gynäkologie und die Geburtshilfe. Ärzte, die sich auf Geburtshilfe spezialisiert haben, werden als „Obstetrician“ (OB) bezeichnet. Ärzte, die sich auf allgemeine Frauenheilkunde spezialisiert haben, heißen „Gynecologist“ (GYN). Ein großer Teil der Frauenärzte praktiziert beide Bereiche und wird dann kurz als „OB-GYN“ bezeichnet.

  • Auch Optiker haben hier ein medizinisches Studium zu durchlaufen. Als „Optometrists“ mit dem Abschluss „Doctor of Optometry“ (O.D.) führen sie die gleichen Tätigkeiten aus wie Optiker in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Darüber hinaus darf ein amerikanischer Optometrist in einem bestimmten Rahmen Medikamente verschreiben und gewisse augenchirurgische Eingriffe durchführen. Einige Ärzte praktizieren sowohl Optometrie als auch reguläre Augenheilkunde.

Andere Berufe im Gesundheitswesen

  • (Certified) Nurse Practitioner - (C)NP
    „Nurse Practitioners“ absolvieren genau wie Ärzte ein Hochschulstudium, bevor sie ihre Zulassung bekommen. Im Anschluss haben sie wesentlich weitreichendere Befugnisse als Krankenpflegepersonal oder medizinische Fachangestellte in Deutschland. So dürfen sie beispielsweise Anamnesen aufnehmen, Diagnosen stellen, Patienten beraten und Medikamente oder andere Behandlungen verschreiben.

    Welche Tätigkeiten genau durchgeführt werden dürfen, ist im Detail durch Regelungen des jeweiligen Bundesstaats festgelegt. Diese bestimmen auch, ob Nurse Practitioners komplett selbstständig arbeiten dürfen. Das ist in etwa der Hälfte der Bundesstaaten der Fall. In anderen ist eine Selbständigkeit nur dann erlaubt, wenn ein Kooperationsvertrag mit einem Arzt vorliegt.

    Wenn keine selbständige Tätigkeit angestrebt wird, praktizieren Nurs Practitioners als Angestellte in Arztpraxen oder Krankenhäusern. Alle Nurse Practitioners sind im übrigen zertifiziert, allerdings das “Certified” in der Berufsbezeichnung teilweise weggelassen.

    Wer sich für die genauen Unterschiede zwischen Nurs Practitioners und Ärzten interessiert kann diese hier auf Englisch nachlesen.

  • Physical Therapist (PT) und Occupational Therapist (OT)
    Wie für die meisten medizinischen Berufen ist auch für Physiotherapeuten und Ergotherapeuten in den Vereinigten Staaten ein Hochschulstudium vorgeschrieben. Anders als in Europa, wo die Berufe zum Teil Ausbildungsberufe sind, muss in Amerika mindestens ein Bachelor-Abschluss erreicht werden, um praktizieren zu dürfen. In den USA kann in diesen Berufen über den Bachelor und Master hinaus sogar ein Doktorgrad erreicht werden.

  • Registered Nurse (RN)
    In Amerika wird nicht zwischen Kranken- und Altenpflegern unterschieden. Beide Bereiche werden von „Registered Nurses“ abgedeckt. Im Gegensatz zu den meisten anderen Tätigkeiten im Gesundheitswesen müssen Registered Nurses nicht zwingend ein Universitätsexamen ablegen. Je nach Bundesstaat reicht zum Teil eine Ausbildung an einem Krankenhaus aus, die mit einem sogenannten „Associate Degree“ abschließt. Dennoch kann man davon ausgehen, dass Registered Nurses gut ausgebildet sind. Die zum Associate Degree führenden Kurse dauern größtenteils drei Jahre und gerade in Krankenhäuser ist es nicht unüblich, dass ein Bachelor-Abschluss als Anstellungsvoraussetzung verlangt wird.

  • Midwife / Nurse Midwife
    Hebammen werden in Amerika als „Midwife“ oder „Nurse Midwive“ bezeichnet. Während Hebammen in Deutschland Schwangere vor, während und nach der Geburt betreuen, ist es in den USA generell selten geworden, dass werdende Mütter von Hebammen unterstützt werden. Wenn doch, können Vorsorgeuntersuchungen vor der Geburt zum Teil von Hebammen durchgeführt und die Geburt von ihnen begleitet werden.

  • Doula
    Ähnlich einer Hebamme in Deutschland betreut eine Doula in den Amerika Schwangere vor und während der Geburt sowie in der Wochenbettzeit. Diese Unterstützung ist aber auf den nicht-medizinischen Bereich bezogen, da Doulas keine medizinische Ausbildung abschließen.

  • Paramedic = Rettungssanitäter

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