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April 20, 2019
Juliane Tranacher

Im Frühjahr sieht man in den USA rosa, denn dann ist die Zeit der Kirschblüte. Die „cherry blossoms“ locken Besucher von nah und fern. Vielerorts finden sogar große Kirschblüten-Festivals statt*. 

Vor allem Japan ist für seine Kirschblüte im Frühjahr bekannt. Doch auch in den USA können die weißen oder zartrosafarbenen Blüten der berühmten japanischen Kirschbäume in vielen Orten bewundert werden. So etwa in Washington D.C., wo alljährlich für vier Wochen im März und April das landesweit größte Cherry Blossom Festival stattfindet. Rund 1,5 Millionen Besucher zieht es zur Zeit der Kirschblüte in die Hauptstadt, um die Farbenpracht zu bewundern und an den zahlreichen Feierlichkeiten teilzunehmen.

Zelebriert wird nicht nur der Frühlingsanfang, für den die Kirschblüte steht, sondern auch die japanisch-amerikanische Freundschaft. Denn im Jahr 1912 schenkte der damalige Bürgermeister Tokyos der Stadt Washington gut 3.000 Kirschbäume. Die Idee dazu stammte allerdings nicht von ihm selbst, sondern von einer Amerikanerin: der reisebegeisterten Journalistin, Fotografin und Geografin Eliza Scidmore. Bei ihrem ersten Besuch des Landes der aufgehenden Sonne entdeckte sie ihre Liebe zur Kirschblüte – und kehrte mit der Idee zurück, ihre Heimatstadt Washington mit den japanischen Kirschen zu verschönern. Das Gebiet rund um den Potomac war damals noch eine Brache. Das Lincoln Memorial und das Jefferson Memorial wurden erst Jahre später errichtet.

Lange Zeit stieß Scidmore mit ihrer Idee auf taube Ohren. Doch sie blieb über viele Jahre hinweg hartnäckig – und hatte schließlich Erfolg. Am 26. März 1912 kamen über 3.000 Kirschen aus Japan in der amerikanischen Hauptstadt an. Einen Tag später wurden die ersten zwei Bäume von der damaligen First Lady Helen Taft und der Frau des japanischen Botschafters, Vicomtesse Chinda, im Potomac Park gepflanzt.

Noch heute sind einige der ursprünglichen Kirschen erhalten. Die anderen wurden nach und nach ersetzt, um das Erbe weiterzuführen. Zahlreiche weitere Bäume kamen über die Jahre hinweg hinzu. Derzeit stehen rund 3.800 Kirschen allein auf der National Mall im Herzen von Washington

Die schönsten Orte, um die Kirschblüte zu bewundern

Die Kirschblüte zeigt sich nicht nur in der Stadt am Potomac. In vielen Städten in ganz Amerika sind die Blüten zu bestaunen. Wir haben die schönsten Orte für die Kirschblüte in den USA zusammengestellt:

Washington D.C.

Zu den Highlights des jeden Frühjahr veranstalteten National Cherry Blossom Festivals zählen die Eröffnungszeremonie am Warner Theatre, das Blossom Kite Festival am Washington Monument sowie die große Parade. Im Anschluss an die Parade findet als „Fest im Fest“ außerdem das japanische Straßenfest Sakura Matsuri statt. Dort erwarten die Besucher nicht nur kulinarische Köstlichkeiten, sondern auch ein breitgefächertes kulturelles Angebot.

Macon, Georgia

Sagenhafte 350.000 Yoshino-Kirschen gibt es in Macon, Georgia. Was in den 1970er Jahren als Zeitvertreib eines Hobbygärtners startete, ist heute ein wichtiger Teil der Stadtidentität. Zelebriert wird der Blütenrausch mit dem jährlichen International Cherry Blossom Festival. Schon Wochen vorher finden allerdings Events rund um die rosafarbene Kirschblüte statt. So etwa die Pink Poodle Exhibition oder das Cherry Blossom Car Painting.

New York City

Die Kirschblüten sind auch in zahlreichen Parks in New York zu bewundern, etwa im Central Park oder im Washington Square Park. Am schönsten zeigt sich die Blütenpracht im Botanischen Garten in Brooklyn. Dort findet jedes Jahr auch das Sakura Matsuri statt, bei dem mit einem reichhaltigen Programm die japanische Kultur gefeiert wird.

Nashville, Tennessee

Rund 1.000 japanische Kirschen sind in Nashville beheimatet. Das feiert die Stadt mit dem eintägigen Nashville Cherry Blossom Festival. Das Highlight des Events: der kostenlose Cherry Blossom Walk entlang des Cumberland River in Downtown Nashville.

Salem, Oregon

Auch in Salem findet alljährlich ein Kirschblütenfest statt. Neben Live-Musik und Bühnen-Shows erwartet die Besucher unter anderem auch eine japanische Tee-Zeremonie und natürlich der Blick auf die 151 Akebono-Kirschbäume, die die Oregon State Capitol Mall säumen.

*Der Höhepunkt der Blütezeit der japanischen Kirsche fällt meist auf Mitte März bis Ende April, je nach Region. Je wärmer es ist, desto früher beginnt und endet die Blüte. Der zartrosafarbene Traum hält nur rund zehn bis 14 Tage an. Viele Städte, Parks und Botanische Gärten bieten deshalb eine „Cherry Blossom Watch“ an, bei der man online über die Blüte informiert wird. So etwa die Stadt Washington D.C. oder der Brooklyn Botanic Garden.

https://cherryblossomwatch.com

https://www.bbg.org/collections/cherries

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