Umzug & Einleben

Umzug

December 14, 2018
Katharina von Knobloch

Bedeutung und essentielle Bestandteile von Entsendungspaketen


Wenn Angestellte von Unternehmen mit samt ihrer Familien ins Ausland geschickt werden, steht oft ein größerer Umzug an. Alles Hab und Gut wird in Kisten gepackt und in Containern um die Welt verschifft. Kinder werden von Schulen abgemeldet und neue, passende Schulen sondiert. Wohnungen werden gekündigt, verkauft, oder untervermietet und im Ausland neu organisiert. In den meisten Fällen ist mit dem Umzug ins Ausland auch die Kündigung der Arbeitsstelle des Partners unumgänglich. Entsendungen sind also auch in unserer heutigen Zeit noch ein größeres Unterfangen. In diesem Artikel erfährst du mehr darüber, wie Unternehmen ihre Angestellten mit sogenannten Entsendungspaketen unterstützen und wie sich diese im Laufe der Zeit entwickelten.

Was steckt hinter dem Begriff „Entsendungspaket“?

Für eine reibungslose Entsendung bieten viele Unternehmen ihren Mitarbeitern zusätzlich zum Gehalt sogenannte Entsendungspakete an. Diese werden vor Antritt der Auslandsstation definiert. Die Bestandteile dieser Pakete hängen von diversen Faktoren ab. Einerseits beeinflussen Unternehmensgröße, Branche und Firmenkultur die Struktur der Pakete, zum anderen aber auch die entsandte Person selbst. Hier spielen vor allem Managementebene, Entsendungsland, Dauer des Auslandsaufenthaltes, Beziehungsstatus und Anzahl der Kinder eine Rolle. Es ist folglich nicht einfach, einen direkten Vergleich zwischen verschiedenen Paketen zu ziehen. Jedes Paket ist sehr individuell und nicht selten auch eine Verhandlungssache zwischen Mitarbeiter und Arbeitgeber.

Typische Bestandteile gängiger Entsendungspakete

Um trotz des hohen Grades individueller Leistungen einen Überblick zu bieten, haben wir 25 deutsche Familien befragt die derzeit im Ausland leben und klassisch von einer Firma entsandt wurden. Dabei stellte sich heraus, dass nicht alle entsandten Angestellten Anspruch auf eine gesonderte Unterstützung durch den Arbeitgeber haben. In den meisten Fällen jedoch wurde für eine neue Wohnung, Heimatflüge für die gesamte Familie und eine internationale Krankenversicherung gesorgt. Mit etwas Abstand, aber ebenfalls verbreitet, sind die Übernahme der Schul- oder Kita für Kinder und zur Verfügung stellen eines Firmenwagens. Nur ein Drittel der Befragten gab zudem eine persönliche Unterstützung des mitausreisenden Partners im Zuge eines Coachings, Sprachkurse und/oder Arbeitserlaubnis an. Ebenfalls oft wurde die Übernahme der Kitakosten genannt. Exotischere Bestandteile waren beispielsweise Haustierumzüge oder Rentenfortzahlung.

Die Entwicklung von Entsendungspaketen

Früher dienten Entsendungspakete als Anreiz für Mitarbeiter. Oft waren diese vielmehr als heute an ihren Heimatort gebunden und so dienten die Zusatzleistungen als Motivation um das Vertraute aufzugeben. In heutiger Zeit sind es jedoch nicht selten die Mitarbeiter selbst, die den Wunsch äußern für eine gewisse Zeit im Ausland arbeiten zu können. Es hat sich herumgesprochen, dass klassische Expats oft ein sehr komfortables Leben führen und die Angst vor kulturellen Unterschieden ist einer gewissen Neugier und Abenteursuche gewichen. Folglich sind auch Arbeitgeber weniger darauf angewiesen lukrative Pakete zu schnüren um das Ausland schmackhaft zu machen.

Gleichzeitig beobachten wir jedoch, dass die Abbruchquoten internationaler Entsendungen auf einem konstant hohen Niveau liegen und jede frühzeitige Rückkehr einen enormen finanziellen Verlust für das entsendende Unternehmen darstellt. Die Gründe für einen vorzeitigen Abbruch sind vielfältig, aber meist innerhalb der Familie zu finden. Die Unzufriedenheit des mitausreisenden Partners ist immer noch der Hauptabbruchsgrund. In Zeiten in denen Vollzeitbeschäftigung beider Partner immer mehr zur Norm wird, kämpfen viele mit der ungewohnten Abhängigkeit, die durch die im Ausland unterbrochene Karriere bedingt ist. So erklärt sich, dass immer mehr Unternehmen auf Themen wie Karrierecoaching, Sprachkurse und Hilfe bei der Organisation von Arbeitserlaubnissen für den Partner setzen. Gerade jüngere Paare fordern diese Leistungen zunehmend aktiv beim Arbeitgeber ein und machen die Jobchancen des Partners zu einem ausschlaggebenden Faktor bei der Überlegung ins Ausland zu gehen.

Als Fazit kann man festhalten, dass die pauschale Wertigkeit der Entsendungspakete über die letzten Jahrzehnte abgenommen hat, die inhaltliche Bedeutung aber keinesfalls an Relevanz verloren hat. Die Leistungen zusätzlich zum Gehalt sind für Unternehmen immer noch ein wichtiges Mittel um sogenannte “High Potentials” für Auslandsstationen zu gewinnen und vor allem zu halten.


Über die Autorin
Katharina von Knobloch war im Marketing und Business Development tätig, bevor sie mit ihrem Mann in die USA zog. 2017 gründete sie ihren Blog www.sharethelove.blog, um andere Expat-Partner dabei zu unterstützen, sich nach einer erfolgreichen Karriere in der Heimat mit der neuen Rolle als Expat-Partnerin anzufreunden und sich eine neue berufliche Laufbahn aufzubauen. Mehr über Katharina erfährst du in unserem Interview mit ihr.

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