Umzug & Einleben

Umzug

January 8, 2018
Melanie Grossmann

So bereitest du dein Kind auf den Umzug in die USA vor


Die Entscheidung ist gefallen! Ein Umzug in die USA mit Kind und Kegel steht bevor. Doch wie bereitest du deine Kinder am besten auf so einen großen Schritt vor? Das ist nicht immer leicht, vor allem wenn die Kinder einen festen Freundeskreis haben und sich in ihrer aktuellen Umgebung wohlfühlen.

Unsere Autorin Melanie weiß das nur zu gut, schließlich hat sie diese Erfahrung selbst gemacht. Im folgenden Beitrag hat sie deshalb die wichtigsten Tipps zusammengestellt, um die Kinder ideal auf den Umzug nach Amerika vorzubereiten.

Der Abschied

Deine Familie und du müssen sich in eine neue Umgebung eingewöhnen, ein neues soziales Netzwerk muss gefunden und aufgebaut werden. Zunächst jedoch sollte das alte, gewohnte Leben bewusst abgeschlossen werden, sodass der erste Schritt in eine neue Zukunft gemacht werden kann.

Ein Abschied muss keine traurige Angelegenheit sein. Du kannst stattdessen eine lustige Abschiedsparty exklusiv für den Nachwuchs gestalten. Es entsteht pure Vorfreude, statt mulmiger Gefühle. Das Kind darf bei dieser Gelegenheit ruhig im Mittelpunkt stehen. Wir haben uns auch nicht davor gescheut, die Nachbarn und die Klassenlehrerin im Rahmen eines „open house“ einzuladen.

Sehr schön finde ich es zudem, wenn die Betreuungseinrichtung oder die Schule mit einbezogen wird. Mit Hilfe einer süßen Spende kann eine Stunde in der letzten aktiven Woche genutzt werden, um sich offiziell von den Klassenkameraden zu verabschieden. Selbstverständlich solltest du vorher das Einverständnis der Betreuungseinrichtung oder der Schule einholen. Bei unserer Verabschiedung entstand eine regelrechte Frage- und Antwort-Runde. Das Bedürfnis der Klasse und unserer Tochter, über den bevorstehenden Abschied zu sprechen, war groß und hat dazu beigetragen, dass dieser Tag nicht im Schulalltag unterging.

Zudem halte ich einen bewusst geplanten Abschiedsbesuch bei Oma, Opa, Freunden und Verwandten für sinnvoll. Da können dann auch selbstgemalte Bilder oder kleine Erinnerungsgeschenke ausgetauschst und der Abschied richtig zelebriert werden. Wichtig dabei ist allerdings, dass du Oma, Opa, Freunde und Verwandte vorher sensibilisierst, sodass sie von Ausrufen wie „Hach, da wird dich die Oma aber vermissen“ oder „Komm recht bald wieder“ absehen. Schnell kann sich bei so einem kleinen Menschen nämlich ein schlechtes Gewissen entwickeln, wenn er Oma und Opa nicht so bald wiedersehen kann.

Weiterhin kann es sinnvoll sein, für deine Kinder noch vor dem Abflug Dienste wie Skype, WhatsApp und/oder E-Mail einzurichten. Unserer Tochter tat es gerade am Anfang unglaublich gut, Nachrichten an ihre Freunde senden zu können und aus der Heimat zu empfangen. Gerade bei diesem Thema gibt es aber viele unterschiedliche Meinungen. Was das Richtige für dein Kind ist, kannst daher letztlich nur du selbst entscheiden.

Die Vorbereitung

Am besten bringst du den Nachwuchs schon zur ersten Besichtigung der neuen Umgebung mit. Haben die Kinder erst einmal eine bildliche Vorstellung von ihrem neuen Zuhause, hält sich die Nervosität oft in Grenzen und weicht sogar einer gewissen Vorfreude.

Deshalb habe ich im Folgenden die meiner Meinung nach wichtigsten Punkte für dich aufgelistet:

  • Bitte die neue Schule beziehungsweise Kita (Preschool/Kindergarten) um einen „meet and greet“-Termin. Die meisten Institutionen helfen gerne mit Informationsmaterial und kurzem Rundgang aus. Wir haben viele Bilder gemacht und dokumentiert, da die Nachfrage unserer Freunde nach unserer neuen Umgebung sehr groß war. Gleichzeitig haben wir das erste Erinnerungsstück unseres USA-Abenteuers kreiert.

  • Wenn du bereits weißt, wo ihr wohnen werdet, kannst du das Zuhause schon gedanklich mit deinem Kind einrichten: Welche Farben werden die Zimmer haben? Welche Möbel können mit und welche müssen neu besorgt werden? Lass dein Kind an der Gestaltung des neuen Zuhauses teilhaben und frage es auch nach seinen Wünschen und Vorstellungen, insbesondere mit Blick auf das eigene Zimmer.

  • Großen Spaß haben alle außerdem, wenn schon vor dem Umzug die Straßen der neuen Heimat per Google Maps „abgefahren“ werden. Auch das hilft, sich ein besseres Bild von der Umgebung zu machen und die Angst vor dem Neuen zu lindern.

  • Wenn es Haustiere in deiner Familie gibt, solltet ihr unbedingt versuchen, diese in die neue Heimat mitzunehmen. Sie sind oftmals die geeignetsten Seelentröster für das Kind.

  • In vielen großen Städten und in wohl jedem Bundestaat gibt es deutschsprachige Meetup-Gruppen (www.meetup.com). Hier lohnt sich die Suche nach Menschen in der gleichen Situation. Vielleicht knüpft man so schon erste Freundschaften.

  • Einen Buchtipp habe ich auch: „Andere Länder, andere Kinder – Dein Auslandsumzug mit Ori“ (VAS Verlag) beinhaltet noch mehr Tipps für dich, um den Umzug für dein Kind leichter zu gestalten. Noch mehr Buchtipps findest du hier.

Der Neubeginn

„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“... Was Hermann Hesse hier ausdrückt, kann auch dir und deiner Familie als Leitspruch dienen. Die Aufregung, das Neue und das damit verbundene Abenteuer machen Spaß und das solltest du gerade deinem Kind gegenüber betonen. Was das Lebenspraktische betrifft, gibt es aber auch einiges zu beachten:

  • Viele Schulen in den USA bieten einen Bustransfer an. Es ist deshalb wichtig, auf die Lage des neuen Domizils zu achten. Besonders die Nähe zur Schule oder des gemeinsamen Bustransfers macht es für dein Kind einfacher, sich in die Gemeinschaft einzufinden.

  • In den USA wird Sport großgeschrieben. Hat die Schule nicht das passende Sportprogramm im Angebot, dann könnte die Gemeinde das Richtige haben. Die Stadtverwaltung (= borough hall) ist hier die Anlaufstelle der Wahl.

  • Die Betreuungseinrichtungen (Preschool/Kindergarten) und die Schulen geben gerne Auskunft, ob es hier auch andere Kinder mit deutschen Wurzeln gibt.

  • Viele Schulen bieten „ESL (= English as second language)“-Kurse an. Diese sind oftmals in den Schulablauf integriert.

  • Es gibt Nachbarschaftsverbände (etwa www.nextdoor.com), in deren Foren sich neue Gemeindemitglieder vorstellen und Fragen stellen können.

  • Das viele Englisch kann am Anfang ermüden, eine kleine Erholung bietet deutsches Fernsehen (zum Beispiel über www.youtv.de).

Dann noch ein sehr persönlicher Punkt zum Schluss: Die „Mission USA“ steht und fällt mit der Begeisterung und Einstellung der Eltern. Natürlich vergleichen wir stets das Neue mit dem Bekannten. Du solltest aber darauf achten, dass der Vergleich nicht zu negativ für die neue Heimat ausfällt. Das macht es allen nur schwerer, das natürlich vorhandene Heimweh, in den Griff zu bekommen.

Ein Leben auf Zeit in den USA ist eine einmalige Gelegenheit. Sollte auch der Anfang etwas holprig ausfallen, wird die Familie noch mehr zusammenwachsen und kann noch Jahre nach ihrem Aufenthalt in gemeinsamen Erinnerungen schwelgen.

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